Ausgefragt: Macher_innen im Gespräch

Vier junge Menschen halten die Hand eineinander.

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Drei Fragen: Arbeiterkind

Inwiefern unterscheidet sich die Situation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen Stadt und Land in Bezug auf das Studium? Warum ist „ArbeiterKind.de“ für den ländlichen Raum so wichtig?

Auf dem Land ist der Weg zur nächsten Hochschule oder Universität oft weit und mit großem Aufwand verbunden. Studieninteressierte können nicht „eben mal schnell“ losfahren und sich einen Campus ansehen, in eine Vorlesung schnuppern, ein „Feeling“ für das Studium bekommen. Sie müssen genau planen, von der Anfahrt über die zur Verfügung stehenden Schnupperangebote bis hin zur Möglichkeit sich vor Ort beraten zu lassen. Wenn die eigenen Eltern selbst nicht studiert haben, gibt es darüber hinaus weniger Möglichkeiten an Erfahrungen anderer mit dem Studium teilzuhaben und so erste Eindrücke zu gewinnen. Dadurch fällt die Einschätzung schwer, ob ein Studium interessant sein könnte und in Frage kommt.

Die Ehrenamtlichen von ArbeiterKind.de machen sich auf den Weg zu den Studieninteressierten, indem wir an Schulen Informationsveranstaltungen anbieten. Wir teilen unsere eigenen Erfahrungen mit dem Studium, beantworten grundlegende Fragen und machen Mut, sich mit dem Thema Studium zu beschäftigen. So ermöglichen wir Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf dem Land persönlich ins Gespräch zu kommen, Antworten zu finden und abzuschätzen, was ihre nächsten Schritte auf dem Weg zum Studium sein könnten. Sie wissen um die Möglichkeit, auch später immer wieder mit ArbeiterKind.de in Kontakt zu treten und Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für ihre Themen rund ums Studium zu finden.

Wie können Sie junge Menschen im ländlichen Raum konkret unterstützen?

Neben der Möglichkeit über Schulveranstaltungen wohnortnah mit Ehrenamtlichen von ArbeiterKind.de ins Gespräch zu kommen bieten wir Kontakte zu und Kommunikation mit vielen Studierenden der ersten Generation. Unsere lebendige Online-Community mit etwa 13.000 Nutzerinnen und Nutzern steht allen Ratsuchenden und Interessierten offen. Hier finden sie Zugang zu Gleichgesinnten in ganz Deutschland, mit denen sie ohne Aufwand und Anfahrt in Kontakt treten können.

Drängende Fragen werden deutschlandweit über unser kostenloses Infotelefon aufgefangen und weitergegeben. So gelingt es mit ehrenamtlichen Mentorinnen und Mentoren in Kontakt zu kommen, die Ratsuchende auf ihrem Weg begleiten.

Schnell mal erste Informationen zu grundlegenden Fragen rund ums Studium finden? Über unsere Homepage www.arbeiterkind.de haben Ratsuchende Zugriff auf die wichtigsten Informationen zu den Themenbereichen „Als Erste/r studieren“, „Wie funktioniert ein Studium?“ und „Studium finanzieren.“

Zudem können sich in die ArbeiterKind.de Community alle – Ratsuchende, Interessierte, Engagierte – mit ihren eigenen Erfahrungen rund ums Studium einbringen und ihrerseits andere mit ihrem Wissen unterstützen und voranbringen, beispielsweise, indem sie Informationsveranstaltungen an der eigenen Schule ermöglichen und unterstützen.

Wenn Sie im Hinblick auf Ihr Projekt einen Wunsch an die Politik frei hätten, was wäre dies?

Unsere Vision ist, dass in Deutschland jedes Kind aus einer nicht-akademischen Familie mit geeigneter Qualifikation die Chance auf einen Bildungsaufstieg hat.

Von der Politik wünschen wir uns die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen. Die Möglichkeit zu studieren darf nicht von der Herkunft und vom finanziellen Background abhängen. Die Sicherung ausreichender Finanzen zur Sicherung des Lebensunterhalts und erschwinglichen studentischen Wohnraums für alle Studierenden ungeachtet von Herkunft und Alter sind für einen niedrigschwelligen Zugang zum Studium unerlässlich. In diesen Punkten können wir in Deutschland noch besser werden, um Studierenden zu ermöglichen sich ohne Existenzängste auf ihr Studium konzentrieren zu können.


Hintergrund:

Arbeiterkind.de ist Deutschlands größte gemeinnützige und spendenfinanzierte Organisation für Studierende der ersten Generation:

  • bundesweit rund 6.000 ehrenamtliche Mentorinnen und Mentoren in 75 lokalen Gruppen
  • lebendige Online-Community mit etwa 13.000 Nutzerinnen und Nutzern des ArbeiterKind.de-Netzwerks
  • Infotelefon unter 030 679 672 750 (Montag bis Donnerstag zwischen 13 und 18.30 Uhr)
  • peer-to-peer-Unterstützung: ArbeiterKind.de-Ehrenamtliche sind größtenteils selbst Studierende der ersten Generation
  • niedrigschwellige Information
  • Ermutigung und Unterstützung einer großen Zahl von Studieninteressierten, Studierenden und Eltern direkt vor Ort – offenen Treffen, persönliches Mentoring, Informationsveranstaltungen in Schulen u. v. a

 
 

Mehr zu Cara Coenen

Ein Portrait von Cara Coenen von Arbeiterkind. de
 

Cara Coenen ist die Bundeslandkoordinatorin von Arbeiterkind in NRW-West. Sie koordiniert verschiedene lokale Gruppen, darunter auch im ländlichen Raum in Kamp-Lintfort und in Kleve.
Beide Gruppen verstehen sich als Unterstützung für Studieninteressierte und Studierende aus den entsprechenden ländlichen Kreisen, die in ihrer Familie niemanden haben, mit dem sie über das Thema Studium sprechen können.

 

Kontakt:

Rosastr. 12

45130 Essen

0201-84389816 / 0176-45818232

coenen@arbeiterkind.de

www.arbeiterkind.de/Gruppen

Gruppe Kamp-Lintfort: kamp-lintfort@arbeiterkind.de

Gruppe Kleve: kleve@arbeiterkind.de

 

Partner

Logos des Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) und der Amadeu Antonio Stiftung (AAS)
 
 

Themenauswahl

 

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