Engagiert: Gute Praxisprojekte

Logo des Projekts "Badelatschen statt Springerstiefel"

© Felix Kalkuhl

 

Badelatschen statt Springerstiefel

 

Das Projekt in Kürze

Unter dem Titel „Badelatschen statt Springerstiefel – gemeinsam für Respekt, Humanität und Vielfalt“ startete die DLRG-Jugend (Jugend der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V.) eine Kampagne, die die Auseinandersetzung mit dem Thema Rechtsextremismus und Rassismus unterstützt. Die Kampagne „Badelatschen statt Springerstiefel“ besteht aus mehreren Säulen. Zunächst wurde ein ausführliches Positionspapier erarbeitet, das Dreh- und Angelpunkt der Kampagne ist und großflächig verbreitet wurde. Damit einhergehend konnten die Mitglieder einen kurzen Videoclip einsenden, in dem sie – möglichst in Badelatschen – ein Statement zum Thema „Ich finde Vielfalt in der DLRG-Jugend gut, weil…“ abgaben.

Viele Gliederungen der DLRG-Jugend beteiligten sich bei der Aktion und beließen es nicht nur bei einem bloßen Statement, sondern lieferten sogar kleine Filme. Weiterhin sind alle Landesverbände und Ortsgruppen aufgerufen, Aktionen und Veranstaltungen zu planen und durchzuführen, die Toleranz und Integration fördern. Eine finanzielle Unterstützung kann beim Bundesvorstand der DLRG-Jugend formlos abgefordert werden. 

Begleitet wird die Kampagne von einer originellen Plakataktion, zu der auch Flyer und Postkarten gehören. Und es werden Seminare für alle Mitglieder organisiert, die Fachwissen zum Thema vermitteln, Wege für ein offenes und respektvolles Miteinander aller Menschen aufzeigen sowie gemeinsam Strategien gegen Unterwanderungsversuche von Rechtsextremen entwickeln.

 

Wie stärkt das Projekt die Gemeinschaft vor Ort?

Durch die Kampagne werden Anregungen zur Auseinandersetzung mit der Situation von Menschen aus Einwandererfamilien gegeben – egal, ob sie erst seit kurzer Zeit in der Bundesrepublik leben oder bereits seit Generationen. Sie fördert Initiativen zur Kontaktaufnahme sowie den Ausbau von Kontakten und hilft so, Vorurteile abzubauen und neue Freundschaften entstehen zu lassen. Durch die klare Positionierung gegen Rechtsextremismus wehren sich einzelne Personen und somit auch DLRG-Jugendgruppen vor Ort stärker gegen rechtes Gedankengut und leben noch offener die Vielfalt der Gesellschaft.

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links: Postkarte zum Projekt (Felix Kalkuhl), rechts: Ehrenamtlich Aktive der DLRG-Jugend Bayern

 

Wer beteiligt sich am Projekt?

Auf der einen Seite beteiligten sich ehrenamtliche Mitarbeiter_innen der DLRG-Jugend aller Verbandsebenen, von der Ortsgruppe bis zum Bundesverband. Auf der anderen Seite nahmen Kinder – teilweise mit ihren Eltern –, Jugendliche und junge Erwachsene aus eingewanderten Familien an den Aktionen teil.

 

Welche Ergebnisse wurden bereits erzielt?

Zum Beispiel veranstaltete die Ortsgruppe Rheurdt-Schaephuysen (Nordrhein-Westfalen) ein Nikolausbasteln für Kinder aus schutzsuchenden Familien, zu einer Come-together-Schwimmbadparty lud der Bezirk Rhein-Sieg (Nordrhein-Westfalen) ein und die Ortsgruppe Schäftlarn-Wolfratshausen (Bayern) bot einen Schwimmkurs für Menschen mit Migrationshintergrund an. Zusätzlich wurden diverse Videoclips und Foto-Statements zum Thema „Ich finde Vielfalt in der DLRG-Jugend gut, weil…“ eingesendet. Die Plakate der Kampagne hängen in vielen Vereinsheimen und zeigen so, dass rechtes Gedankengut bei der DLRG-Jugend unerwünscht ist und die Kinder- und Jugendgruppen Demokratie und Vielfalt leben.

 


Projektzeitraum: 01.09.2015 – 31.12.2016

Wo wurde das Projekt umgesetzt?: Aktionen wurden bundesweit durchgeführt

Zielgruppe: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Projekt(Partner): Bundesverband, Landesverbände, Bezirksverbände und Ortsgruppen der DLRG-Jugend (Bisherige)

Teilnehmer_innenzahl: 250 Personen

Benötigte Ressourcen: Eine bestehende Infrastruktur auf die zurückgegriffen werden kann: ein Büro mit hauptamtlichen Referent_innen sowie ehrenamtlich Aktive mit Vereinsheim


 

Wer hat das Projekt initiiert? Inwiefern spielt eine Rolle, wer das Projekt initiiert hat?

Der Impuls zum Start einer Kampagne für Respekt, Humanität und Demokratie kam aus dem Bundesjugendvorstand. Anlass war die zu der Zeit starke Medienpräsenz von Pegida, der Alternative für Deutschland (AfD) und Co. Die Verbandsspitze wollte den lauter werdenden Stimmen, die sich gegen Toleranz und Vielfalt aussprechen, ein Zeichen entgegensetzen und den Verband vor einer Unterwanderung durch Rechtsextreme schützen.

 

Ist das Vorhaben nachhaltig angelegt? Inwiefern?

Durch die Aktionen haben alle Beteiligten neue Erfahrungen gesammelt, die neue Blickwinkel eröffnen und die interkulturelle Kompetenz der Teilnehmer_innen fördern. Berührungsängste werden abgebaut, andere Lebensweisen und Blickwinkel werden kennengelernt, neue Freundschaften entstehen. Vorurteile gegenüber Eingewanderten werden abgebaut, statt mit Ablehnung begegnen sich die Beteiligten nun mit Interesse und begreifen sich gegenseitig als Chance und Bereicherung.

 

Ist das Projekt übertragbar? Wenn ja, unter welchen Bedingungen? Was sind spezifische Faktoren?

Selbstverständlich ist die Kampagne auf andere Verbände übertragbar, auch die Einzelaktionen können von anderen Kinder- und Jugendgruppen umgesetzt werden. Wichtig für die Umsetzung ist, dass für die Gruppen eine gute Infrastruktur zur Verfügung steht, wie beispielsweise ein Gruppenraum, und dass die Gruppen über ein eigenes freies Budget verfügen, das sie eigenständig verwalten können.

 

Was können Sie anderen mit auf den Weg geben?

Um eine gute Kinder- und Jugendarbeit vor Ort zu leisten, müssen Strukturen vorhanden sein, die dies auch ermöglichen. An dieser Stelle liegen oftmals die Stellschrauben für erfolgreiche Projekte in der Jugendverbandsarbeit. Die Gruppen sollten sich selbst organisieren dürfen und es sollten finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. So werden Kinder und Jugendliche zu Selbstbestimmung, gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement angeregt.

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Kontakt

Anne-Kathrin Pöhler
DLRG-Jugend
Im Niedernfeld 2
31542 Bad Nenndorf
Tel: 05723 955300
E-Mail: badelatschen@dlrg-jugend.de
Website: http://www.dlrg-jugend.de/badelatschen

 

Partner

Logos des Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) und der Amadeu Antonio Stiftung (AAS)
 
 

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