Engagiert: Gute Praxisprojekte

Laufbahn auf dem Sportplatz
 

Integration durch Sport

 

 

Das Projekt in Kürze

Grundidee ist, dass über den Zeitraum von einem Jahr wöchentlich, immer sonntags, drei Lehreinheiten bedarfsgerechter Bewegungs- und Sportangebote im DjK Sportverein Furth e. V. (Kreis Landshut) durchgeführt werden, um eine schnelle Integration der minderjährigen Flüchtlinge im Sportverein zu erreichen. Die Einheiten werden von erfahrenen und engagierten Übungsleiter_innen und Trainer_innen, die überwiegend aus dem Jugend-/Jungerwachsenenbereich stammen, abgehalten. Teilnehmen sollen neben den Flüchtlingen auch Kinder, Jugendliche und Jungerwachsene aus allen sieben Vereinsabteilungen (Tennis, Tischtennis, Fußball, Volleyball, Stockschießen, Ju-Jutsu und Gymnastik/Turnen).

Das Projekt "Integration durch Sport" leistet einen gesamtgesellschaftlichen Beitrag zur Willkommens- und Anerkennungskultur, erleichtert die Integration und hilft dabei, Hemmschwellen abzubauen. Die jungen unbegleiteten Flüchtlinge wurden daher aktiv mit in das Projekt eingebunden. Mithilfe des Projekts wird der Aufbau von sportlichen Vereins- und Verbandsstrukturen in Deutschland vermittelt, darüber hinaus stellen die Demokratietrainer_innen des Sportvereins die Grundzüge der politischen Bildung dar.

Die soziale Situation der Flüchtlinge verbesserte sich, Schwellen- und Berührungsängste wurden abgebaut sowie Sprachbarrieren beseitigt. Mittelfristig sollen die Flüchtlinge Mitglieder in einzelnen Abteilungen des Vereins werden und selbst eventuell Verantwortung als Club- bzw. Sportassistent_innen übernehmen. Planungen hierfür laufen bereits mit der Bayerischen Sportjugend Kreis Landshut. Vom Projekt profitiert haben Verein und Gesellschaft, da wahrgenommen wurde, dass ehrenamtliches Engagement sportartübergreifend stattfindet.

 

Wie stärkt das Projekt die Gemeinschaft vor Ort?

Es ist klar erkennbar, dass sich die soziale Situation der jungen Flüchtlinge erheblich verbessert hat. Durch die strukturellen Ansätze wurden Freundschaften geschlossen, Rahmenbedingungen für unterschiedliche soziale Kontakte geschaffen und die meisten von ihnen besuchen die Sportangebote einzelner Abteilungen (Fußball, Volleyball, Ju-Jutsu, Tischtennis).

 

Wer beteiligt sich am Projekt?

Neben den Demokratietrainer_innen, die das Projekt angestoßen haben, beteiligen sich alle sieben Abteilungen des Vereins. Trainer_innen und Übungsleiter_innen aus dem jeweiligen Jugendbereich übernehmen die Trainingseinheiten und binden Jugendliche und Jungerwachsene aus der Abteilung mit ein. Auch die Vorstandschaft und Verantwortliche aus der Sportpolitik betätigen sich als Referent_innen.

 

Welche Ergebnisse wurden bereits erzielt?

Für den Bereich Ju-Jutsu: Drei Jugendliche aus Afghanistan legten eine Prüfung zum Gelbgurt ab und besuchen regelmäßig die Trainingsstunden bei Jugendlichen und Erwachsenen. Für den Bereich Fußball: Eine große Anzahl der Jugendlichen aus Afghanistan nimmt regelmäßig an den Trainingsstunden und dem regulären Spielbetrieb im Jugendbereich teil.

 


Infokasten

Projektzeitraum: 01.01.2016 – 31.12.2016

Wo wurde das Projekt umgesetzt?: Furth im Kreis Landshut, ca. 3.500 Einwohner_innen (15 km nordwestlich der Bezirkshauptstadt Landshut und ca. 70 km nordöstlich von München gelegen)

Zielgruppe: Junge unbegleitete Flüchtlinge, die im ehemaligen Kloster untergebracht sind, sowie einheimische Kinder, Jugendliche und Jungerwachsene mit Interesse am Sport

(Projekt)Partner: Deutsche Sportjugend, Verantwortliche des DjK SV Furth, Trainer_innen und Übungsleiter_innen der einzelnen Sportarten im Verein

(Bisherige) Teilnehmendenzahl: Regelmäßig ca. 20 Teilnehmer_innen je Sportangebot

Benötigte Ressourcen: Turnhallen und Sportanlagen, Seminarraum, Personalkosten werden durch geringe Aufwandsentschädigung vergütet


 

Wer hat das Projekt initiiert?

Sabine und Fritz Schweibold, Demokratietrainer_innen der Deutschen Sportjugend, haben das Projekt initiiert. Beide sind selbst als Trainer_in und Übungsleiter_in im Verein/Verbänden und in der sportlichen Aus- und Weiterbildung tätig und mit unterschiedlichen sportlichen Strukturen (Verein, Verband, Deutsche Sportjugend, Bayerische Sportjugend) sehr gut vernetzt. Daher konnten sie Trainer_innen, Übungsleiter_innen und Referent_innen für die Projekteinheiten von "Integration durch Sport" gewinnen.

 

Ist das Vorhaben nachhaltig angelegt?

Der Projektzeitraum soll nur als Initialzündung für die Integration der Flüchtlinge dienen. Nachhaltig soll natürlich die weiterführende Integration in den Sportverein und die Verbände erfolgen. Durch die Zusammenarbeit mit der Bayerischen Sportjugend wird angestrebt, dass interessierte und geeignete Jugendliche Verantwortung als Trainer_innen/ Übungsleiter_innen/ Clubassistent_innen übernehmen. Andere sollen nach ihren Möglichkeiten gefördert werden, um eventuell im Leistungssport weiter zu machen und selbstverständlich sollen alle anderen Spaß am gemeinsamen Sport haben.

 

Ist das Projekt übertragbar?

Das Projekt ist auf jeden Verein/ Verband bzw. Institution übertragbar. Es geht dabei nicht primär um sportliche Erfolge und Siege, sondern um ein Miteinander. Dabei sind auch Örtlichkeiten zweitrangig. Improvisation und Flexibilität sind gefragt. Hervorragende Ideen für Aktivitäten kamen von allen Beteiligten. Es musste einfach nur jemand in die Hand nehmen und die Verantwortung übernehmen. Das Angebot der Beteiligung war sehr groß und die Aufgaben und Verbindlichkeiten rund um die Durchführung der einzelnen Sporteinheiten wurden sehr ernst genommen.

 

Was können Sie anderen mit auf den Weg geben?

Sich nicht von administrativen oder bürokratischen Hürden abhalten lassen. Verantwortung übertragen und Verbindlichkeiten einfordern. Den Nutzen für die Gesellschaft und den Sport vermitteln.

 


Fritz Schweibold, Jugendleiter: 
"Nicht das Haar in der Suppe suchen, sondern gemeinsam versuchen, eine Lösung zu finden und umzusetzen!"


 

Kontakt

Fritz Schweibold, Jugendleiter des DjK Sportvereins Furth e. V.

Telefon: 0171 - 89 32 216

E-Mail: jugendleiter-djk-furth@t-online.de

 
 

Partner

Logos des Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) und der Amadeu Antonio Stiftung (AAS)
 
 

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