Engagiert: Gute Praxisprojekte

 

Neue Nachbarn Arnsberg

 

Das Projekt in Kürze

Die Initiative „Neue Nachbarn Arnsberg“ erleichtert den Flüchtlingen mit vielen gezielten Projekten die Integration in die Gesellschaft sowie in eine neue Kultur und verschafft außerdem den deutschen Bürger_innen einen Zugang zu ihren neu hinzugezogenen Nachbar_innen.

Aus Dankbarkeit für ihre Aufnahme in Deutschland, verschenkten die Flüchtlinge Rosen an die Menschen in Arnsberg (Nordrhein-Westfalen), die sie in der Fußgängerzone trafen. Dies rief nicht selten Überraschung, viel öfter sogar Freude hervor und bestätigte wieder einmal das chinesische Sprichwort: „Der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln“.

Die Flüchtlinge dieser Gruppe unterstützen andere Flüchtlinge dabei, ein soziales Umfeld aufzubauen, Umzüge durchzuführen und bürokratische Dinge zu erledigen. An dieser Stelle greift die große Stärke der Gruppe: ihre Vielfalt. Menschen mit vielen unterschiedlichen Fähigkeiten bringen sich ein, um etwas Gutes zu bewirken, Verbindungen aufzubauen und Kontakte zu knüpfen. Die Zugewanderten wollen nicht nur Flüchtlinge sein, sondern zu Nachbar_innen werden, so lautet das Vorhaben. Ein großes Vorhaben, an dem alle Beteiligten hart, aber mit viel Freude und Motivation arbeiten.

 

Wie stärkt das Projekt die Gemeinschaft vor Ort?

Die Initiative ist das Bindeglied zwischen Stadtverwaltung, Bürger_innen der Stadt sowie den neu hinzugekommenen Flüchtlingen. Durch die Menschenzugewandtheit, Offenheit und Freundlichkeit baute die Gruppe Skepsis seitens der Bürger_innen gegenüber den kulturellen Unterschieden bei jeder Gelegenheit ab und schuf dadurch an vielen Stellen Freundschaft und eine gegenseitige Hilfsbereitschaft. Das Interesse an der Lebensweise und der Kultur der Deutschen brachte die Integration in großen Schritten voran. Erklärende Texte und Videos, die über die Facebook-Seite verbreitet wurden, konnten zum Verständnis der neuen Umgebung beitragen und Berührungsängste abbauen.

 

Wer beteiligt sich am Projekt?

Am Projekt beteiligt sind hauptsächlich Flüchtlinge unterschiedlicher Nationen sowie ehrenamtliche Helfer_innen. Unterstützung erfährt die Gruppe stets durch Mitarbeiter_innen der Stadtverwaltung und den Bürgermeister der Stadt Arnsberg. Die Gruppe hat einen Leiter, der die Koordinierung und das Management übernimmt. Es gibt verschiedene Themen-Gruppen. Diese beschäftigen sich z. B. mit Medienpräsenz, Übersetzer-Tätigkeiten und Unterstützung der Bürger_innen bei Gartenarbeiten oder Umzügen. Jede dieser Themen-Gruppen hat einen Vorstand, der die Aktivitäten organisiert und im steten Kontakt zu den anderen Vorständen und der Leitung der Initiative steht.

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Welche Ergebnisse wurden bereits erzielt?

Durch die Zusammenarbeit der Flüchtlinge mit Stadt und Bürger_innen konnten Praktika- und Ausbildungsplätze vermittelt werden. Dabei gab es Begleitung und Betreuung von ehrenamtlichen Helfer_innen, die sich in großen Teilen eher als Freunde derjenigen bezeichnen würden, die sie auf ihrem Weg begleitet haben und weiterhin begleiten.

 


Infokasten

Projektzeitraum: Beginn der Aktivität war unmittelbar nach den Pariser Anschlägen am 13. November 2015. Die Gruppe organisierte in äußerst kurzer Zeit eine Demonstration, um der Opfer zu gedenken, Solidarität mit Opfern, ihren Angehörigen und Freunden zu zeigen und, um ein Zeichen gegen Terrorismus zu setzen.

Wo wurde das Projekt umgesetzt?: Die Gruppe agiert in der Stadt Arnsberg. Hier werden Unterstützung jeglicher Art geboten und Events organisiert. Darüber hinaus strebt die Initiative mit ihrem Engagement an, Menschen in anderen Orten zu inspirieren und zur Hilfsbereitschaft zu motivieren.

Zielgruppe: Flüchtlinge, Ehrenamtliche, Bürger_innen

(Projekt)Partner: Caritas, Seniorenheim Klostereichen

(Bisherige) Teilnehmendenzahl: 40 Personen

Benötigte Ressourcen: IT-Equipment für Ton- und Videoaufzeichnungen sowie Öffentlichkeitsarbeit über das Internet; finanzielle Unterstützung für Projekte (z. B. Fahrradkurs- und Nachhilfe-Projekt)


 

Wer hat das Projekt initiiert?

Vorantreibende Kraft der Initiative war von Anfang an Moneer Al-Shikh. Er motivierte die Mitglieder, stellte persönlich Kontakt zum Bürgermeister und der Stadtverwaltung her. Darüber hinaus hielt er Rücksprache mit ehrenamtlichen Helfer_innen, die stets bei Bedarf zu helfen bereit waren und dabei der Gruppe ihre Freiheit und Selbstständigkeit nicht nahmen. Seine unnachahmliche Energie und die mitreißenden Worte aktivierten viele, an dem Projekt teilzuhaben und mitzuwirken.

 

Ist das Vorhaben nachhaltig angelegt?

Mit einmaligen oder kurzzeitigen Projekten sollen Akzente gesetzt und zum Denken angeregt werden. Danach ist Platz für neue Ideen, die die Kreativität der Gruppe beweglich halten. Nachhaltige Projekte schaffen Beständigkeit sowie eine zukunftsgerichtete Perspektive. Beispiele für jene Projekte sind die monatlichen Treffen unter dem Thema „Sprechen vom Herz“ für geflohene Frauen und ebenso Frauen, die schon lange in Arnsberg leben. Eine Gelegenheit sich auszutauschen, sich kennenzulernen und das Herz auszuschütten.

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Ist das Projekt übertragbar?

Das Projekt ist auf andere Orte übertragbar und genau dies ist eine der Motivationen der Initiative: zur Nachahmung inspirieren. Voraussetzungen hierfür sind, dass die geflohenen Menschen ein hohes Maß an Motivation und Einsatz aufweisen, dass die Verwaltung der jeweiligen Stadt kooperationsbereit ist und Interesse sowie Offenheit aufseiten der Bürger_innen vorhanden sind.

 

Was können Sie anderen mit auf den Weg geben?

Jeder kann den Mut aufbringen, Dinge zu verändern. Es kommt auf jeden einzelnen an und jede kleine gute Tat, die Teil eines Großen sein kann. Wenn man sich für ein großes Ziel einsetzt, stößt man auf größere und kleinere Hindernisse, auf Menschen, die einen weiterbringen und Menschen, die einen zurückwerfen. Doch all dies ist es wert, sich dafür einzusetzen. Besonders, wenn das Ziel ist, Menschen dabei zu unterstützen, Teil einer Gesellschaft zu werden und ein neues Zuhause zu finden.

 

Kontakt

Moneer Al-Shikh, Leitung

Neue Nachbarn Arnsberg

Rathausplatz 1, Zimmer 116

59759 Arnsberg

Telefon: 02932 - 20 11 827

E-Mail: neue.nachbarn.arnsberg@gmail.com

Website: www.neue-nachbarn-arnsberg.com

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