Engagiert: Gute Praxisprojekte

Abstimmung bei der Jugendkreistagssitzung in Sangerhausen

© Eric Heffenträger, ALD e.V.

Abstimmung bei der Jugendkreistagssitzung in Sangerhausen

 

Planspiel Jugendkreistag

 

Das Projekt in Kürze

Das Projekt "Planspiel Jugendkreistag – Ohne Jugend lässt sich der demografische Wandel nicht bewältigen" möchte zu einer nachhaltigen Entwicklung der Landkreise in Sachsen-Anhalt und Deutschland beitragen, indem es speziell die Auswirkungen des demografischen Wandels auf der Ebene der Landkreise für junge Menschen und ihre Familien fokussiert. Es baut auf den Erfahrungen des im Schuljahr 2015/2016 durchgeführten Planspiels im Landkreis Mansfeld-Südharz (Pilotprojekt in Sachsen-Anhalt) auf.

Die Entwicklung, Erprobung, Evaluierung und Verbreitung des „Planspiels Jugendkreistag“ dient der Verankerung einer innovativen Kommunikationsform mit jungen Menschen im Alter von 16 bis 24 Jahren über die demografischen Veränderungen auf der Ebene der Landkreise, ihre Folgen und daraus resultierenden Handlungsnotwendigkeiten. Damit stärkt das Vorhaben die überörtliche Perspektive hinsichtlich der Herausforderungen im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel, die über die Betroffenheit einzelner Gemeinde- und Ortsteilinteressen hinausgeht. Junge Menschen erhalten die Möglichkeit, mit Blick auf relevante Fragen der Kreisentwicklung, ihre Bedürfnisse und Sichtweisen untereinander und gegenüber den kommunalpolitischen Entscheidungsträgern zu artikulieren und zu vertreten. Insbesondere vor dem Hintergrund der Unterrepräsentanz junger Menschen in den Institutionen der kommunalen Demokratie besteht erheblicher Bedarf zur Schaffung eines effektiven und direkten Kommunikationskanals zwischen jungen Menschen einerseits und kommunalen Entscheidungsträgern andererseits, der Rücksicht auf die Beteiligungswünsche und Kommunikationsgewohnheiten der Jugendlichen nimmt.

 

Wie stärkt das Projekt die Gemeinschaft vor Ort?

Das Projekt führt Jugendliche an Kreispolitik heran und macht Lust auf politisches Engagement vor Ort. Im Anschluss an das Projekt soll im Landkreis Mansfeld-Südharz ein Jugendforum entstehen. Dieser Schritt ist zu begrüßen, da viele Jugendliche während des Projektes nach einer dauerhaften Möglichkeit des Engagements gefragt haben. Insofern konnte durch das Planspiel erreicht werden, dass sich Schüler_innen des Landkreises mit relevanten Themen vor Ort auseinandergesetzt haben und für politische Teilhabe motiviert wurden. Weiterhin konnte erreicht werden, dass in der Verwaltung und im Kreistag nun ein offeneres Ohr gegenüber den Anliegen der Jugendlichen existiert. Das stärkt das Projekt und indirekt auch die Identifikation mit dem Landkreis.

Bild-Adresse:
Foto: Eric Heffenträger, ALD e.V.

 

Wer beteiligt sich am Projekt?

Organisiert wird das Planspiel von der Akademie für Lokale Demokratie e. V. Unterstützung erfährt das Projekt durch die vor Ort eingerichtete Lenkungsgruppe (siehe Projektpartner). Die Teilnehmenden wurden über die Schulen des Landkreises mit Unterstützung der Lehrkräfte akquiriert.

 

Welche Ergebnisse wurden bereits erzielt?

Die Anliegen der Jugendlichen werden aktuell in der Verwaltung geprüft und demnächst im Kreistag behandelt. Die Themen der Simulation werden also auf ihre Realisierungsmöglichkeiten hin geprüft und je nach finanziellen Spielräumen auch umgesetzt.

 

Infokasten

Projektzeitraum: August 2015 – August 2016

Wo wurde das Projekt umgesetzt? Landkreis Mansfeld-Südharz: 142.000 Einwohner_innen, Bundesland Sachsen-Anhalt, hohe Arbeitslosenquote im Vergleich zu anderen Landkreisen Sachsen-Anhalts

Zielgruppe: Verwaltung und Politik (Kreistag), Jugendliche im Alter zwischen 14 und 16 Jahren

(Projekt)Partner: Landkreisverwaltung Mansfeld-Südharz, Kreistagsmitglieder, Landesschulamt, Schulen des Landkreises (Geschwister-Scholl-Gymnasium Sangerhausen, Martin-Luther-Gymnasium (Eisleben), Katharinenschule (Eisleben)), Kreisschülerrat, Hochschule Harz

(Bisherige) Teilnehmendenzahl: Über 50 Jugendliche sowie Mitglieder der Lenkungsgruppe (siehe Projektpartner)

Benötigte Ressourcen: Benötigt werden eine Projektmanagerstelle sowie eine Projektassistenzstelle. Weiterhin werden für die Projekttage Räumlichkeiten im Landkreis benötigt. Finanziell wird das Projekt vom Land Sachsen-Anhalt mit Zuwendungen zur Förderung von Maßnahmen für die Gestaltung des demografischen Wandels gefördert.

 

Wer hat das Projekt initiiert? Inwiefern spielt eine Rolle, wer das Projekt initiiert hat?

Initiiert wurde das Projekt von der Akademie für Lokale Demokratie e. V. Es spielt aber keine Rolle, wer ein Planspiel in einem Landkreis initiiert. Wichtig ist, dass alle Partner_innen im Projekt mitziehen.

 

Ist das Vorhaben nachhaltig angelegt? Inwiefern?

Das Planspiel und seine Konzeption wurden als einmaliges Modellprojekt angelegt und eine Wiederholung ist im Landkreis Mansfeld-Südharz aktuell nicht geplant. Es ist aber insofern nachhaltig, da es den Anstoß für eine institutionalisierte Form der Jugendbeteiligung gegeben hat. Weiterhin stehen alle Materialien für die Durchführung des Planspiels kostenfrei zur Verfügung, sodass auch andere Landkreise von dem Projekt profitieren können.

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Foto: Eric Heffenträger, ALD e.V.

 

Ist das Projekt übertragbar? Wenn ja, unter welchen Bedingungen? Was sind spezifische Faktoren?

Das Projekt ist prinzipiell uneingeschränkt deutschlandweit übertragbar. Es muss nur auf etwaige Unterschiede der Kommunalverfassungen geachtet werden. Unser Ziel ist es, das Planspiel in Zukunft auch in anderen Landkreisen und in anderen Bundesländern durchzuführen, um es weiter auszubauen.

 

Was können Sie anderen mit auf den Weg geben?

Gerade bei der Arbeit mit Jugendlichen sollte man sich nicht von der anfänglichen Rückhaltung demotivieren lassen. Viele junge Menschen entwickeln erst im Laufe des Projektes ein stärkeres Interesse an Politik. Deshalb ist es wichtig, engagierte Partner_innen vor Ort zu haben, die bei der Motivation und Akquise von Teilnehmenden unterstützen. Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn von Anfang an den Jugendlichen konkret aufgezeigt wird, welcher Aufwand und welche Ergebnisse sie erwarten. Je besser sie wissen, was im Projektverlauf passieren wird, desto eher lassen sie sich für eine solche Simulation gewinnen.

 


Beim 'Planspiel Jugendkreistag' geht es darum, Jugendliche davon zu begeistern, an Politik oder politischen Prozessen teilzunehmen, sich im Landkreis zu beteiligen und zu erfahren: Was kann ich eigentlich vor Ort bewegen?, resümiert Eric Heffenträger, Projektmanager in der Akademie für Lokale Demokratie e. V.


 

Kontakt

Nina Kaiser
Akademie für Lokale Demokratie e.V.
Peterssteinweg 10
04107 Leipzig
Telefon: 0341 9751 9683
E-Mail: nina.kaiser@lokale-demokratie.de
Website: http://www.lokale-demokratie.de

Einen visuellen Eindruck vom Projekt gibt es hier: http://bit.ly/planspiel-video

 
 

Partner

Logos des Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) und der Amadeu Antonio Stiftung (AAS)
 
 

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