© Zossen zeigt Gesicht

 

Bürgerinitiative „Zossen zeigt Gesicht“

Die Bürgerinitiative „Zossen zeigt Gesicht“ gründete sich im Januar 2009 infolge einiger Aufmärsche und Aktionen von Nazis in der Zossener Innenstadt und der Enttarnung eines Internetcafés als Treffpunkt der faschistischen Szene. Das Café wurde durch den inzwischen verstorbenen Holocaust-Leugner Rainer Link betrieben. Die rund 50 Mitglieder der Initiative – Jugendliche, Erwachsene und Seniorinnen und Senioren, (Nicht-)Politikerinnen und (Nicht-)Politiker, Organisierte und Nichtorganisierte – haben zu manchen Themen ganz unterschiedliche Meinungen, sind sich aber in der Ablehnung von Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Gewalt einig.
Die Jahre 2009 und 2010 waren geprägt von harten Auseinandersetzungen mit den Rechtsextremen. Eine Vielzahl von Schmierereien, Morddrohungen gegen Mitglieder der Bürgerinitiative und der Brand des Hauses der Demokratie ließen die Situation in Zossen immer wieder eskalieren. Aber die Bürgerinitiative gab nicht auf, organisierte mehrere Veranstaltungen, suchte immer wieder das Gespräch mit der Verwaltung, der Politik und den Bürgern Zossens. Ein Höhepunkt war z.B. das jährlich stattfindende Frühlingsfest der Bürgerinitiative mit Gesprächsrunden und Vorträgen zu Rechtsextremismus und gelebter Demokratie. Jedes Jahr besuchten über 600 Bürgerinnen und Bürger das Fest. Besonderen Wert legt die Bürgerinitiative auf Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit. Immer wieder wurde auch deshalb über Zossen berichtet.
Die Aktivitäten der Bürgerinitiative trugen wesentlich dazu bei, dass sich die Situation in Zossen spürbar entspannte. Mitte 2011 wurde die in und um Zossen agierende faschistische Kameradschaft Freie Kräfte Teltow Fläming verboten. Gegen ein Mitglied der Freien Kräfte, der die Brandstiftung am Haus der Demokratie initiierte, wurde zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt.
Die Ziele der Bürgerinitiative sind damit aber längst nicht erreicht. Sie will das Agieren der Nazis in Zossen und Umgebung nachhaltig verhindern und die Demokratie vor Ort stärken. Dazu plant und führt sie eine ganze Reihe von Projekten durch und arbeitet mit verschiedenen Partner_innen zusammen. Schwerpunkte sind dabei neben der Öffentlichkeitsarbeit gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt sowie dem Engagement für Demokratie, die Durchführung von Jugendprojekten und der Wiederaufbau des Hauses der Demokratie in Zossen.
Die Bürgerinitiative ist inzwischen auch überregional aktiv, arbeitet mit anderen Initiativen und Bündnissen zusammen.

Jörg Wanke

 
 
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