Die Orte

© Archiv schloss bröllin e.V.

 

Region um Fahrenwalde

Fahrenwalde befindet sich in der deutsch-polnischen Grenzregion im südlichen Mecklenburg-Vorpommern und zählt seit der Kreisgebietsreform 2011 zum Landkreis Vorpommern-Greifswald. Auf einer Fläche von 26,10 km² leben hier etwa 364 Einwohnerinnen und Einwohner [2009] in der Nähe eine der ältesten Städte der Region, der ehemaligen Kreisstadt Pasewalk. Die nächsten großen Städte sind Stettin in Polen und Prenzlau im Bundesland Brandenburg.
Verlässt man von der Stadt kommend den Pasewalker Kirchenforst, fällt einem sogleich die erste Landmarke der kleinen Gemeinde Fahrenwalde ins Auge. Ein eingemauerter Baum direkt am Straßenrand vermittelt einen Eindruck, der sich beim weiteren Durchschreiten der Ortsteile (Bröllin, Friedrichshof, Fahrenwalde, Karlsruh und Heidemühle) bestärken soll: Die Verbundenheit der Einwohner mit ihrem Heimatort, ist den Dörfern regelrecht anzusehen und auch für einen neuen Besucher leicht nachvollziehbar.
Fahrenwalde gehört zum Amt Uecker-Randow-Tal. Der Name ist von den beiden großen Flüssen, der Uecker und der Randow abgeleitet. Im Norden grenzt das Uecker-Randow-Gebiet an das Stettiner Haff, östlich an die Republik Polen.
Mit Information zu aktuellen tagespolitischen Themen sowie mit Neuigkeiten aus der Region wird Fahrenwalde über die Zeitung Nordkurier und seiner Lokalausgabe Pasewalker Nachrichten, die Anzeigenblätter Blitz und Anzeigenkurier und das Amtsblatt versorgt.

Die Gegend ist gespickt mit kleinen Baumgruppen und Wäldchen, weiten Feldern mit kleinen Grasinseln und schilfbewachsenen Tümpeln. Schnell glaubt man, hier nahezu jedem Tier aus dem Naturkundebuch irgendwo begegnen zu können. Der Wind, der über das flache Land weht, untermalt das Gefühl der ländlichen Idylle und betreibt andererseits auch eine Reihe von Windkraftanlagen, die sich wie moderne Windmühlen in die Landschaft einpassen.

Hat man den Baum mit seinem speziellen Schutz aus Backsteinen passiert, ist man in Bröllin angekommen. Die Häuser sind größtenteils aus Feldsteinen (die frühestens vermutlich Mitte des 19. Jahrhunderts) gebaut, die Bushaltestelle ziert ein kleines hölzernes Wartehäuschen und schon hier bekommt man das Gefühl von Gemütlichkeit, das die drei Ortschaften ausmacht. Fährt man geradeaus, statt der Kurve der Hauptstraße zu folgen, sieht man gleich das Kunst- und Kulturzentrum Schloss Bröllin mit seinem Wahrzeichen. Das Schloss ist ein großer denkmalgeschützter Gutshof mit Wohnhaus, Turm und Feldsteinbauten mit insgesamt 45 000 qm bebauter Fläche. Der Turm ragt in den Himmel und weist den Weg zu einem Begegnungsort für kreative Köpfe aus aller Welt, und Menschen aus der Region und dem benachbarten Polen. Das 800 Jahre alte Gut wird seit 1992 vom Verein schloss bröllin e.V. betrieben, seit 2000 ist der Verein auch Eigentümer der Immobilie. Ein Bestandteil der regionalen Arbeit des schloss bröllin e.V. ist die kulturelle Jugendarbeit. Direkt neben dem Schloss Bröllin befindet sich eine kleine burgartige Kirche mit hölzernem Turm aus der Zeit der ersten Christianisierung der Region.
Am Ortsausgang weist ein schwarzer Stein mit weißer Schrift den Weg zum Nachbarort Friedrichshof.

Die schmale Verbindungsstraße ist gesäumt von Apfelbäumen und wirkt mehr wie eine Allee, nicht wie ein gewöhnlicher Verkehrsweg. Versteckt hinter einigen Bäumen befindet sich am Ortseingang von Friedrichshof eine der regiontypischen Naturteichen, die erste Hausnummer ist auf ein massives Stück Fels geschrieben.
Neben Wohnhäusern, beherbergt das Dorf einige Bauernhöfe, ein Ziegengehege und zwei Pferdekoppeln. In der Ortsmitte findet man eine gepflegte, von jungen Bäumen umschlossene Wiese, ein uriges Holzschild zeigt den Weg zum größten und namensgebenden Ort der Gemeinde Fahrenwalde. Beim Verlassen von Friedrichshof passiert man noch ein Wildgehege, dessen Rehe einen mit viel Aufmerksamkeit beobachten.

Auch Fahrenwalde, das größte der Dörfer, ist von einer gewissen Harmonie geprägt. Alte und neue Häuser, Klinkerbau, Putz und Feldstein fügen sich zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. Gepflegte Gärten, zahlreiche Bäume am Straßenrand und ein kleiner Weiher mitten im Ort tragen auch hier die Natur direkt ins Wohngebiet. Von der Gemeinde wurde eine Kulturscheune eingerichtet, in der sich die Bürgerinnen und Bürger aus der Region treffen können. Neben schloss bröllin e.V. gibt es den Traktoren, Land- und Alttechnik e.V., der einmal im Jahr eine Trekkerschau veranstaltet; einen Angelverein sowie den Sportverein „Blau-Weiß 58“.
Ein kleines Stück weiter, zwischen den Dörfern Caselow, Brüssow und Fahrenwalde befindet sich ein weiterer Treffpunkt, das Restaurant Heidemühle, gelegen an einem kleinen See im Caselower Forst. Im nahegelegenen Brüssow können die Bürgerinnen und Bürger aus den umliegenden Dörfern im Kulturhaus Kino Brüssow in regelmäßigen Abständen sehenswerte Filme schauen, eine Galerie besuchen oder dem Nachbarschaftstreff beiwohnen.

Verlässt man Fahrenwalde Richtung Bröllin führt der Weg noch an einer alten Windmühle vorbei, die mittlerweile ohne Blätter ihren modernen Verwandten in der Ferne Gesellschaft leistet. Ein Schild am Straßenrand weist auf wandernde Frösche hin. Die auf dem Feld stolzierenden Störche brauchen diesen Hinweis aber vermutlich nicht.

Im Jahr 2010 fand in Fahrenwalde eine Landpartie unter der Fragestellung „Öffentlicher Raum durch Kunst – was braucht das Land?“ statt. Die Intention war es, einen Austauschprozess zwischen Künstlerinnen und Künstlern sowie Menschen aus der Region durchzuführen, der in ein gemeinsam veranstaltetes Dorffest mündete. Diese Festlichkeiten mit künstlerischen Aktionen, einer Fotoausstellung ortsansässiger Jugendlicher, viel Musik und einem Markt wurden vom schloss bröllin e.V. in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Fahrenwalde aus der Motivation heraus veranstaltet, mit kreativen gestalterischen Mitteln Einfluss auf die gesellschaftliche Entwicklung zu nehmen.

Eine Weiterführung dessen war in 2012 die Landpartie held/in_dorf, als Teil des Projekts Region in Aktion – Kommunikation im ländlichen Raum, das der schloss bröllin e.V. gemeinsam mit der Amadeu Antonio Stiftung und Zossen zeigt Gesicht durchgeführt hat.

Jenny Galow und Daniel Corlett

 
 
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