Gemeinsam für den ländlichen Raum: Dieses Internetportal ist ein Kooperationsprojekt des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement (BBE) und der Amadeu Antonio Stiftung. Die Lebensqualität hängt gerade in ländlich geprägten Regionen stark vom Engagement ihrer Bewohner_innen ab.

Dieses Portal möchte die Potentiale und das Gelingen guter Praxis vor Ort sichtbar machen. Es bietet ermutigende Praxisbeispiele und -konzepte für zivilgesellschaftliches Engagement von Bürger_innen und Aufklärung und Hintergründe zu antidemokratischen Phänomenen in ländlichen Räumen. Wir informieren über das breite Spektrum an Akteuren, die sich für starke und offene Landgesellschaften einsetzen, regen Vernetzung an und weisen auf aktuelle Publikationen und Veranstaltungen im Themenfeld hin.

Beide Organisationen werden im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in der Strukturentwicklung zum bundeszentralen Träger gefördert. Beim BBE liegt in diesem Rahmen der Schwerpunkt auf dem Themenfeld Demokratiestärkung im ländlichen Raum, während die die Amadeu Antonio Stiftung im Themenfeld „Prävention von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus unter besonderer
Berücksichtigung von Gender“ gefördert wird. 

Bis 2013 dokumentierte die Amadeu Antonio Stiftung unter dieser Domain ihr Projekt „Region in Aktion“, welches mit Mitteln der kulturellen Bildung und darstellenden Kunst die Kommunikation förderte, Zivilgesellschaft sichtbar machte und so die demokratische Kultur in Zossen und Vorpommern stärkte. Die Ergebnisse des Projekts finden Sie unter Material und dem Hashtag #regioninaktion.

 
 
 

Amadeu Antonio Stiftung

Seit ihrer Gründung 1998 ist es das Ziel der Amadeu Antonio Stiftung, eine demokratische Zivilgesellschaft zu stärken, die sich konsequent gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus wendet. Dem ländlichen Raum kommt hier eine hohe Bedeutung zu, da rechtspopulistische Hetze und rechtsextreme Agitation hier besser zu greifen scheint, als in den städtischen Gebieten. Dem weit verbreiteten Rassismus und Antisemitismus setzt die Stiftung Aufklärung, Sensibilisierung sowie Beratung und Förderung von lokalen Initiativen entgegen.

 

Die Amadeu Antonio Stiftung hat überall in Deutschland bereits über 1.200 lokale Initiativen und Projekte in den Bereichen demokratische Jugendkultur, Schule, Opferschutz und -hilfe, kommunale Netzwerke sowie Hilfsangebote für Aussteiger_innen aus der Naziszene unterstützt. Wichtigste Aufgabe der Stiftung ist es, die Projekte über eine finanzielle Unterstützung hinaus zu ermutigen, Öffentlichkeit für ihre Situation zu schaffen und sie zu vernetzen.

 

Neben der Unterstützung von Initiativen wird die Amadeu Antonio Stiftung auch selbst vor Ort tätig. Die Kampagne Kein Ort für Neonazis unterstützt zum Beispiel lokale Akteur_innen bei ihrem Kampf gegen Rechtsextremismus. Außerdem wurden im Projekt Region in Aktion, das bislang unter dieser Domain zu finden war, in Zossen und Vorpommern wurden Personen, Vereine und Initiativen gestärkt, die rechtsextreme Umtriebe nicht unwidersprochen hinnehmen wollen. Mit den Mitteln der darstellenden Kunst und kulturellen Bildung wurden neue Formen gegenseitiger Wahrnehmung und Anerkennungskultur geschaffen. Dadurch konnte eine Bühne für zivilgesellschaftliche Initiativen, die sich für eine demokratische Kultur in der Region einsetzen, geschaffen werden. Im Rahmen des Projekts entstand zudem ein Demokratie-Reisebuch für Vorpommern, das Sie hier (PDF-Dokument)online einsehen können.

 

Das Projekt Aktion Schutzschild entstand 2014 in Reaktion auf das erhöhte Schutzbedürfnis von Geflüchteten in Deutschland. Organisierte Rechtsextreme und Rechtspopulist_innen greifen rassistische Ressentiments auf und schüren den Hass auf Geflüchtete der in den letzten Jahren häufig in reale Gewalt umschlug. Insbesondere in vielen ländlichen Regionen Ostdeutschlands sind die Herausforderungen speziell: People of Color sind hier eine sehr kleine Minderheit und treffen vor Ort oft  auf eine fest verankerte rechte Szene. Daher macht Aktion Schutzschild es sich zur Aufgabe, Selbstorganisationen von Migrant_innen und Flücktlingen gerade in strukturschwachen Räumen zu stärken und deren Perspektive in den Diskurs einzuspeisen. Neben der Stärkung der Selbstorganisation und der eigenen Interessensvertretung von Geflüchteten und Migrant_innen soll struktureller Rassismus abgebaut werden. Die Perspektive von Muslimas auf die Lebensbedingungen in Mecklenburg-Vorpommern ist in der Publikation „Hier zu leben, hat mich sehr wachsen lassen“ abgebildet, die sie hier (PDF-Dokument) online finden.

 

Das Projekt Lola für Demokratie in Mecklenburg-Vorpommern wurde 2007 mit dem Ziel gegründet, Mädchen- und Frauenförderung sowie geschlechterreflektierende Projektarbeit mit der Weiterentwicklung demokratischer Kultur zu verbinden und neue Zugänge für die geschlechterreflektierte Rechtsextremismusprävention zu entwickeln. Mittlerweile initiiert, fördert und unterstützt Lola in enger Zusammenarbeit mit der Amadeu Antonio Stiftung geschlechterreflektierende Projekte für demokratische Vielfalt und gegen biologistische Zuschreibungen von Männer- und Frauenrollen sowie Homo- und Transfeindlichkeit in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Aus ihrer Arbeit ist unter anderem eine Expertise zu Homo- und Trans*feindlichkeit entstanden, die Sie hier (PDF-Dokument) finden. Weitere Informationen zum Projekt bekommen Sie unter www.lola-fuer-lulu.de.

 

Außerdem ist die Amadeu Antonio Stiftung zu den Themen „Reichsbürger“ und Völkischer Rechtsextremismus im ländlichen Raum aktiv. Einen Beitrag zu diesen Themen finden Sie auch auf diesem Portal. Die Amadeu Antonio Stiftung berät Schulen und Bildungseinrichtungen, Kommunen und zivilgesellschaftliche Akteure vor Ort zum Umgang mit den völkischen Strukturen. Eine Studie zur speziellen Situation im Nordosten Niedersachsens finden Sie hier (PDF-Dokument).

 

Der Namensgeber der Stiftung, Amadeu Antonio Kiowa, wurde 1990 von rechtsextremen Jugendlichen im brandenburgischen Eberswalde aus rassistischen Motiven zu Tode geprügelt. Er war eines der ersten von heute mindestens 179 Todesopfern rechtsextremer Gewalt seit dem Fall der Mauer.

 

Die Amadeu Antonio Stiftung wird unter anderem von der Freudenberg Stiftung unterstützt und arbeitet eng mit ihr zusammen. Die Stiftung ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen und hat die Selbstverpflichtung der Initiative Transparente Zivilgesellschaft unterzeichnet.

 
 

Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement

Das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Trägern und Förderern mehr als 30 Millionen Engagierten in Deutschland. Es vereint rund 270 Institutionen und Organisationen aus der Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Arbeitsleben sowie aus Politik und Staat. Der Auftrag ist die nachhaltige Förderung von Bürgergesellschaft, bürgerschaftlichem Engagement und Partizipation in allen Gesellschafts- und Politikbereichen. Die Mitglieder eint die Vision einer aktiven Bürgergesellschaft, die die das demokratische Zusammenleben aktiv gestaltet und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt. In derzeit 14 Themenfeldern sowie mehreren Fachprojekten behandelt das Netzwerk eine große Bandbreite von Themen: http://www.b-b-e.de/netzwerk/bbe-themenfelder

 

Trägerin der Projekte und Arbeitsbereiche des BBE ist die BBE Geschäftsstelle gemeinnützige GmbH.

Einblicke in die Arbeit der Geschäftsstelle:

 

Demokratiestärkung im ländlichen Raum

Engagement hat auf dem Land andere Grundvoraussetzungen als in Ballungsgebieten. Mitwirkung, Mitbestimmung und Selbstwirksamkeitserfahrungen aus freiwilligem Engagement sind drei wichtige Bausteine, um das Leben insbesondere in ländlich geprägten, mitunter auch strukturschwachen Regionen lebenswerter zu machen. Um dieses Engagement zu unterstützen, bringt das BBE unterschiedliche Akteure aus den Regionen zusammen, um gemeinsam die Herausforderungen anzugehen und gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Auch das Bekanntmachen guter Praxisbeispiele spielt in diesem Arbeitsbereich eine große Rolle. Hierzu dient auch das in Kooperation mit der Amadeu Antonio Stiftung betriebene Onlineportal www.laendlicher-raum.info.

 

Die Woche des bürgerschaftlichen Engagements

Seit 14 Jahren findet Sie im September statt: Die bundesweite Woche des bürgerschaftlichen Engagements – in diesem Jahr vom 14. bis 23. September 2018! Alle Menschen, die sich in Deutschland ehrenamtlich und freiwillig engagieren können sich wieder mit eigenen Aktionen daran beteiligen. Durch die Aktionswoche werden der Wert und die Vielfalt von Engagement in Deutschland sichtbar gemacht. Die Leistung und die Wichtigkeit von bürgerschaftlichem Engagement wird unter dem gemeinsamen Motto „Engagement macht stark“ hervorgehoben und geehrt.
Machen Sie mit, tragen sie Ihre Aktionen ab Frühjahr 2018 in den Engagementkalender ein oder bewerben Sie sich als Projekt der Woche! Ein spezieller Thementag widmet sich in diesem Jahr dem Engagement im ländlichen Raum. www.engagement-macht-stark.de

 

Civil Academy

Die Civil Academy ist keine Schule oder Uni. Sie ist ein Ort, an dem junge Menschen zwischen 18 und 29 Jahren drei Wochenenden lang motiviert, inspiriert und qualifiziert werden. Bewerben kann man sich mit einer guten Idee für ein soziales, kulturelles, ökologisches oder sonstiges Projekt – in der Civil Academy gibt es von Profis aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft das nötige Handwerkszeug, diese Projektidee auch erfolgreich umzusetzen. Das ganze Programm ist kostenlos! Für das gemeinsame Programm von BBE und BP Europa SE kann man sich hier bewerben: www.civil-academy.de

 

Mehr Informationen über das BBE

Neben diesen exemplarisch vorgestellten Projekten und Arbeitsbereichen bearbeitet das BBE noch viele weitere, zum Beispiel Bürgerhaushalte, die Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements in kleinen und mittelständischen Unternehmen oder den Aufbau eines Bundeselternnetzwerks der Migrantenorganisationen. www.b-b-e.de

Der BBE-Newsletter informiert 14-täglich über Engagementpolitik und -debatte in Deutschland, interessante Publikationen und Veranstaltungen sowie Aktuelles aus dem BBE. Die BBE Europa-Nachrichten zu Engagement und Partizipation in Europa bieten monatlich Informationen und Hintergrundberichte zu europäischen Fragen der Engagementpolitik und –förderung mit namhaften Gastbeiträgen. Abonniert werden können die kostenlosen Newsletter hier: http://www.b-b-e.de/newsletter-abo/

 
 

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