© Jens-Olaf Walter

 

Für die Befragungen im Projekt Region in Aktion - Kommunikation im ländlichen Raum benutzen wir die Aktivierende Methode. Dr. Gabriela Christmann, Leiterin der Forschungsabteilung für Kommunikations- und Wissensdynamiken im Raum am Leibnitz Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung erklärt im Folgenden
die Struktur und das Ziel der Methode.

Aktivierende Befragungen

Ziele

  • Ziel ist es zum einen, Interessen, Bedürfnislagen, Probleme und mögliche Lösungsansätze zu eruieren, die Bürger in ihrer Stadt / Region sehen.
  • Zum anderen ist es ein Ziel, Anwohner zur aktiven Mitarbeit im weiteren Planungs- und Gestaltungsprozess zu gewinnen.

Zweischrittiges Verfahren
Verbreitet ist die Methode der aktivierenden Befragung, die auf Wolfgang Hinte und Fritz Karas (1989) zurückgeht. Dabei handelt es sich um einen Ansatz der Aktionsforschung, der im Rahmen der Gemeinwesenarbeit in sozial benachteiligten Gebieten entwickelt worden ist.
Aktivierende Befragungen werden in der Regel in zwei Arbeitsschritten umgesetzt:

  • zunächst werden Interviews mit ausgewählten Einzelakteuren durchgeführt,
  • dann werden Fokusgruppen organisiert, in denen Bürger zur Diskussion von Problemlagen und Lösungsmöglichkeiten angeregt werden.

Aktivierende Befragung von Einzelakteuren

  • Die aktivierende Befragung mit Einzelakteuren arbeitet in der Regel mit offenen Fragen, sie läuft wie ein Gespräch ab.
  • Es gilt herauszufinden, wie die Betroffenen denken und fühlen, was sie als veränderungsbedürftig ansehen und was sie bereit sind zu tun, damit sich etwas ändert.
  • Dabei geraten die Akteure ins Nachdenken über ihre Situation, darüber, was sie sich wünschen und was mögliche Handlungs- und Lösungsideen sein könnten.

Aktivierende Befragung in Fokusgruppen

  • Eine aktivierende Befragung ist keine kurzfristige Aktion, sondern der Beginn eines längerfristigen, offenen demokratischen Prozesses, deshalb folgen auf Einzelinterviews Gruppendiskussionsverfahren in Fokusgruppen.
  • Bei der Moderation der Fokusgruppe wird Wert darauf gelegt, Prozesse der Gruppendynamik in Gang zu bringen.

Literatur:
Hinte, Wolfgang/Karas, Fritz (1989): Studienbuch Gruppen- und Gemeinwesenarbeit. Neuwied/Frankfurt a.M.
Hinte, Wolfgang (2002): Agieren statt reagieren. Der Allgemeine Sozialdienst braucht fachliche Standards. In: Blätter der Wohlfahrtspflege 1/2022, 8-11.
Lüttringhaus, Maria/Richres, Hille (2003): Handbuch Aktivierende Befragung. Bonn: Stiftung Mitarbeit.

Dr. Gabriela Christmann

 
 
Hier geht's zur Umfrage!
 
 
Spenden Sie jetzt!