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Rückblick

Fachforum "Gutes Gedeihen lassen" auf dem Zukunftsforum ländliche Entwicklung

Die Vortragenden stehen nebeneinander auf der Bühne vor einer Power-Point-Präsentation

Die Podiumsmitwirkenden Elisabeth Schönrock, Sebastian Heuchel, Annett Hergeth, Andreas Pautzke, Klaus-Dieter Karweik und Timo Reinfrank (v. links nach rechts)

 

Lebensqualität und gesellschaftlicher Zusammenhalt in ländlichen Räumen werden wesentlich mitgeprägt vom vielfältigen Engagement der Menschen vor Ort. Rund 31 Millionen Engagierte in Deutschland leisten vor Ort Unbezahlbares. Sie bewegen viel – oft mit sehr knappen Mitteln.

In einem Fachforum beim 12. Zukunftsforum ländliche Räume am 23. und 24. Januar in Berlin wurde die vom BBE neu herausgegebene Förderbroschüre „Gutes Gedeihen lassen. Mit Fördermitteln demokratische Kultur und Engagement in ländlichen Räumen stärken." vorgestellt. Vertreter*innen verschiedener Förderstrukturen stellten ihre Ansätze vor, welche angereichert von den praktischen Erfahrungen einer Projektvertreterin mit dem Publikum diskutiert wurden.

 

Der Projekthintergrund

Eine große Zahl von Förderprogrammen, ob aus Bundes- oder Landesprogrammen, von Stiftungen oder den Geldern in Kommune und Landkreis kann bei der Realisierung von Projektideen helfen. Viel Geld steckt auch in Förderprogrammen! Doch dabei den Überblick zu behalten, das passende Programm zu finden und dann den Weg von der Idee zum bewilligten Antrag erfolgreich zu beschreiten, stellt für viele Vereine, Initiativen und Engagierte eine Herausforderung dar.

Diese Situation nahm der Arbeitsbereich „Demokratiestärkung im ländlichen Raum“ des BBE zum Anlass, Antragserfahrungen von Projekten mit unterschiedlichen Förderhintergründen zusammengetragen und ergänzt um hilfreiche Verweise und Lesetipps in einer Broschüre zusammenzustellen um Interessierten das Feld der Förderung demokratiestärkenden ehrenamtlichen Engagements in ländlichen Räumen ein Stück aufzuschließen. Der besondere Schwerpunkt der Broschüre liegt auf der Auswahl der anschaulichen Best-Practice-Beispielen, die verschiedene Förderprogramme und Stiftungen aus dem Themendreieck Demokratiestärkung, Engagementförderung und ländlicher Entwicklung in den Fokus nimmt.

 

Die Förderstrukturen

Drei Förderstrukturen, die in der Broschüre vorgestellt werden, waren zum Zukunftsforum angereist, um Einblicke in ihre Arbeit zu geben.

 

Partnerschaft für Demokratie

Durch das Bundesprogramm „Demokratie Leben!“ des Bundesfamilienministeriums werden in ganz Deutschland kommunale Gebietskörperschaften (Städte, Landkreise und kommunale Zusammenschlüsse) unterstützt, „Partnerschaften für Demokratie“ als strukturell angelegte lokale bzw. regionale Bündnisse aufzubauen. In derzeit über 300 „Partnerschaften für Demokratie“ kommen die Verantwortlichen aus der kommunalen Politik und Verwaltung sowie Aktive aus der Zivilgesellschaft – aus Vereinen und Verbänden über Kirchen bis hin zu bürgerschaftlich Engagierten – zusammen.
Anhand der lokalen Gegebenheiten und Problemlagen entwickeln sie gemeinsam eine auf die konkrete Situation vor Ort abgestimmte Strategie. Diese bildet auch die Grundlage für die Bewilligung von Projektanträgen und die Fördermittelvergabe.
In der PfD Saalfeld-Rudolstadt setzt man schon seit einigen Jahren auf eine besonders breite Vernetzung hinein in bspw. den Bereich der ländlichen Entwicklung. So gibt es eine enge Kooperation mit dem lokalen LEADER-Management und der Lokalen Aktionsgruppe, der auch immer wieder gemeinsame Vorhaben entspringen. Sebastian Heuchel, Politikwissenschaftler aus Saalfeld ist seit Mai 2016 externer Koordinator der lokalen PfD Saalfeld-Rudolstadt.
Mehr unter: www.lustaufzukunft.org und www.demokratie-leben.de/partnerschaften-fuer-demokratie.html

 

Amadeu Antonio Stiftung

Seit ihrer Gründung 1998 ist es das Ziel der Amadeu Antonio Stiftung, eine demokratische Zivilgesellschaft zu stärken, die sich konsequent gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus  wendet. Bisher wurden über 1.200 lokale Initiativen finanziell unterstützt, vernetzt, ermutigt und in ihrer Öffentlichkeitsarbeit begleitet. In seiner Vorstellung legte Geschäftsführer Timo Reinfrank dar, welche Schwerpunkte die Stiftung in ihrer Fördertätigkeit legt, wie sie einerseits Initiativen vor Ort mit Geld und know-how unterstützt, andererseits in Modell-Vorhaben neue Ansätze erprobt, weiterentwickelt, dokumentiert und zur Nachahmung aufbereitet.

Im Unterschied zu vielen Bundesprogrammen, die öffentlichen Mittel vergeben, hat eine privatrechtliche Stiftung mehr Freiheiten bei der Vergabe und Abrechnung von Fördermitteln. Das macht die Beantragung für interessierte Akteure niedrigschwellig und attraktiv. Auch flexible Antragsfristen tragen dazu bei, dass Engagierte vor Ort schnell und unkompliziert Unterstützung erfahren können.

Mehr unter: www.amadeu-antonio-stiftung.de

 

Dorfmoderation

Um in Zeiten des Wandels eine aktive Dorfstruktur mit einer guten Nachbarschaft, Naturnähe, Tradition, aber auch Erneuerung zu erhalten oder zu entwickeln, benötigen Dorfgemeinschaften Menschen, die sich kümmern – Dorfmoderatoren: Methodisch geschult, können sie die konstruktive Kommunikation innerhalb der Dorfgemeinschaft fördern und die Umsetzung von Projektideen unterstützen. Beteiligte binden sie aktiv in den Entwicklungsprozess ein. Dorfmoderatoren können dabei sowohl hauptberufliche Berater sein als auch Menschen, die sich ehrenamtlich für ihr Dorf engagieren.

Niedersachsen fördert aus dem ELER (Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums) bzw. aus der GAK (Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes") sowohl die Qualifizierung von Dorfmoderatoren als auch die Dorfmoderation. Wie das Land damit ehrenamtliches Engagement in den Dörfern stärkt, stellte Klaus-Dieter Karweik aus dem Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vor.
Mehr unter: www.ml.niedersachsen.de und www.projektnetzwerk-niedersachsen.de

 

Der Blick der Fördermittelbeantragenden

Neben der Vorstellung von verschiedenen Förderstrukturen aus dem Bereichen Demokratiestärkung, Engagementförderung und ländliche Entwicklung hatte auch die praktische Perspektive einer Fördermittelbeantragenden Raum: Sehr lebendig schilderte Annett Hergeth, Vorständin des „Natur und Umwelt Saalleiten e.V.“ ihre Erfahrungen beim Einwerben von Projektmitteln.

Seit 2013 arbeitet der Verein daran, den „Entdeckerpfad Saalleiten“ naturtouristisch und umweltpädagogisch aufzuwerten und zu beleben. Die Erneuerung des Rundwanderweges ist dabei Mittel zum Zweck, um Bürgerinnen und Bürger, Institutionen, Schulen, Vereine und Behörden der Region zusammen zu bringen, um das Saaletal noch lebenswerter zu gestalten.

Geholfen haben Annett Hergeth auf dem Weg verschiedene Bausteine: Das Projekt PARTHNER des Heimatbundes Thüringen, das Ehrenamtliche für ihr bürgerschaftliches Engagement fit macht; eine Spende der Kreissparkasse, mit der Tische und Bänke angeschafft und der Naturlehrpfad als solcher wieder ausgeschildert werden konnte, dann die LEADER-Förderung in Höhe von 36.000 Euro, die in Infotafeln, eine Webseite, eine Broschüre und in Planung und Bau der Schutzhütte flossen. Außerdem holte Hergeth die PfD Saalfeld-Rudolstadt ins Boot, die die Finanzierung eines Beteiligungsprojekts für Jugendliche beisteuerte.

„Wenn man vernetzt denkt, kann man sehr viel mehr erreichen“, resümiert Annett Hergeth. Fünf Jahre ist es her, dass aus einer Idee, die unters Kopfkissen passt, ein Projekt wurde. Vom Resultat sind viele Besucher*innen begeistert.
Mehr unter: www.saalleiten.de und www.laendlicher-raum.info/foerderung/entdeckerpfad-saalleiten

 

Vielen Dank allen Teilnehmenden und Mitwirkenden an der Veranstaltung!

 
Förderbroschüre

Gutes Gedeihen lassen. Mit Fördermitteln demokratische Kultur und Engagement in ländlichen Räumen stärken

Das Cover der Broschüre "Gutes Gedeihen lassen" vom BBE zeigt die Crew der Traumschüff geG bei ihrem Tourauftakt vor ihrem Theaterschiff
 

Dieses und andere Beispiele sind in der Förderbroschüre „Gutes gedeihen lassen. Mit Fördermitteln demokratische Kultur und Engagement in ländlichen Räumen stärken“ aufbereitet. DIe Broschüre stellt anhand anschaulicher Praxisbeispiele verschiedene Fördermöglichkeiten im Themendreieck »Demokratiestärkung«, »Engagement« und »Ländliche Entwicklung« vor.

Gedruckte Exemplare senden wir gern zu, solange der Vorrat reicht: susanne.hartl@b-b-e.de

 

 

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